Bevor Sie einen Welpen kaufen

Sie haben sich entschlossen, einen Labrador zu kaufen. Eine super Entscheidung, aber, bevor Sie dem Charme der tollen Welpen erliegen,
sollten Sie sich ernsthaft mit einigen Gedanken zu der Rasse Labrador auseinander setzen, die damit verbundene Zeit und natürlich den finanziellen Aufwand.

Der Labrador ist ein typischer Familienhund. Er fühlt sich nur dann richtig wohl, wenn er im Kreise seiner Familie sein darf.

 


Bitte lesen sie die folgende Punkte genau durch und stellen sich folgende Fragen:

 

 

Sind Sie darauf vorbereitet,

 

  • für diesen Hund und alle seine Bedürfnisse die volle Verantwortung während der nächsten 10-15 Jahre zu übernehmen?
  • die beträchtliche Menge an Zeit und Geduld zu investieren, die nötig ist, um den Hund zu einem guten Begleiter auszubilden?
  • sich zu informieren über die korrekte Versorgung des Hundes, angemessene Trainingsmethoden und wie man ihn pflegt?
  • sich einen Jagdhund (denn der Labrador Retriever ist eine Jagdhundrasse) ins Haus zu holen? Seine Vorfahren wurden dafür gezüchtet, den ganzen Tag lang ihre Aufgaben beim Apportieren von geschossenem Wild zu erfüllen. Die dafür erforderliche hohe Aufmerksamkeit und Arbeitsfreude steckt auch heute noch in den Hunden. Sie brauchen deshalb körperliche und vor allem auch geistige Beschäftigung!
  • den Hund immer sicher unterzubringen – kein Streunen, kein Leben als Kettenhund, aber ein solider Zaun um das Grundstück?
  • dass der Hund genug Zuwendung und Bewegung bekommt? Labradorwelpen brauchen Aufsicht und Erziehung, viele Stunden am Tag, jeden Tag!
  • die Geduld aufzubringen, die nötig ist, um die Herausforderungen des Welpen- und Heranwachsendenalters (das bis zu 3 Jahren dauern kann) zu akzeptieren (und zu genießen), und auch jeden anderen Lebensabschnitt angemessen mitzuerleben?
  • mit Haaren und Schmutz in der Wohnung sowie mit engem Körperkontakt und eventuell großer Aktivität des Hundes dauerhaft klarzukommen?
  • Geld auszugeben, um die notwendige tierärztliche Versorgung für das ganze Leben sicherzustellen? Dies beinhaltet regelmäßige Wurmkuren und Impfungen, Röntgenuntersuchungen der Hüften und Ellbogen, jährliche Vorsorge-Untersuchungen, aber sicher auch viele andere erforderliche Behandlungen im Laufe des Lebens.
  • sich klarzumachen, dass die Kosten der Anschaffung eines Welpen nur ein Bruchteil der Gesamtkosten ausmachen, und dass diese bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 12 Jahren für einen mittelgroßen Hund über 10.000 Euro betragen können
  • dass der Hund auch in Zeiten von Urlaub, Krankheit oder sonstigen Verhinderungen ordentlich versorgt werden kann? Trägt die ganze Familie die Anschaffung mit, oder gibt es Familienmitglieder, die sich dagegen wehren?
  • den Züchter auf dem Laufenden zu halten über die Erfolge Ihres Hundes und auch über mögliche Probleme? Ihre Fragen dem Züchter oder einem anderen Hundeexperten vorzulegen, bevor sie zu Problemen werden und der Hund außer Kontrolle gerät?
  • die Verantwortung für den Hund auch weiterhin zu übernehmen, wenn sich unausweichliche Veränderungen der eigenen Lebensumstände ergeben (z.B. ein neues Baby wird geboren, die Kinder gehen aus dem Haus, eine Scheidung, ein Wohnungswechsel oder die Rückkehr in den Beruf stehen an)?

    Wenn Sie alle genannten Fragen mit JA beantwortet haben, sollten Sie anfangen, sich nach einem guten Züchter umzuschauen. Beginnen Sie frühzeitig damit, denn die meisten seriösen Züchter haben eine Warteliste zwischen einigen Monaten und ein paar Jahren. Denken Sie daran, dass der richtige Welpe es wert ist, dass Sie auf ihn warten!

 

 Wichtig!

 

Sie sollten Welpen nur bei Züchtern kaufen, deren Zuchtverein einem Dachverband
(in Deutschland der VDH- Verband Deutsches Hundewesen e.V. )  angehört, 

der dem FCI (Fédération Cynologique Internationale ) angeschlossen ist. 
Ohne Zweifel  sind diese Züchter nicht alle fehlerlos. 

Aber jeder von ihnen muss  sich an die Bestimmungen halten, die der Dachverband

vorschreibt.

Für unsere Rasse  gibt es nur zwei dem VDH angeschlossenen Zuchtvereine.:
Labrador Club Deutschland e.V. ( LCD ) und der Deutsche Retriever Club e.V. ( DRC ).

Der LCD und DRC verfügen über eine eigene Zuchtordnung, die über die

Zuchtordnung des  VDH hinausgeht.

 

Die Zuchtordnung dieser beiden Vereine schreibt vor, dass ein Züchter, bevor er
seiner züchterischen Tätigkeit nachgeht, unter anderem :

1. Ein Züchterseminar besucht.
2. Die Zuchtstätte muss angemeldet und durch einen Zuchtwart

   abgenommen werden.
3. Es darf nicht aus kommerziellen Gründen gezüchtet werden.
4. Der Züchter ist verpflichtet, ein Zwingerbuch zu führen, das dem Zuchtwart

   bei der Wurfabnahme vorgelegt werden muss.

 

Der Verein hat das Recht, jederzeit das Zwingerbuch zur Einsicht anzufordern.

Die Zuchtzulassung für einen Hund wird erteilt wenn folgende

Voraussetzungen erfüllt sind:

 

1. Der Hund muss einen Wesenstest im LCD oder DRC erfolgreich absolvieren.
2. Im Alter von mind. 12 Monaten muss der Hund von VDH-anerkannten Tierärzten

   auf Hüftgelenkdysplasie und  Ellenbogengelenkdysplasie geröngt und auf 

   erblicheAugenkrankheiten untersucht werden.
3. Eine Formwertbeurteilung ab einem Alter von 15 Monaten ist vorgeschrieben.
4. Das Mindestalter für Rüden ist 15 Monate, für Hündinnen 20 Monate,

   vorher darf nicht gezüchtet werden.
5. Einer Hündin darf nur ein Wurf pro Kalenderjahr zugemutet werden.
6. Mit Vollendung des achten Lebensjahrs scheiden Hündinnen aus der Zucht aus.

Ein Neu-/ Züchter muß all dieses berücksichtigen, bevor der erste Welpe gezüchtet und aufgezogen werden darf.
Verantwortungsbewusste Züchter nehmen das alles gerne in Kauf, weil kein finanzielles Interesse dahinter steckt,
sondern nur echte Tierliebe, Sachverstand und völlige Hingabe.

Also Augen auf beim Welpenkauf!

Die Vielfältigkeit des Labradors macht ihn sehr beliebt. So ist die Nachfrage  in den letzten Jahren sehr groß und der kommerzielle Hundehandel schläft nicht! Ich kann nur jedem, der sich für diese Rasse entscheidet, empfehlen, sich genau zu informieren, wo man am besten einen Hund kauft.



Warum vom Züchter?


Leider gibt es immer noch Menschen, die sich nicht genug informieren, warum man sich einen Welpen vom seriösen Züchter holen sollte, anstatt zum Hinterhofvermehrer zu gehen.  

Ein seriöser Züchter hat es nicht nötig unzählige Anzeigen in Tageszeitungen zu setzen, um für einen Spottpreis, seine Welpen zu verscherbeln. Rassehunde ohne Papiere sind Hunde, deren genetische Vorgeschichte und gesundheitliche Zukunft ein Überraschungspaket ist. 

 

Die richtigen Papiere sind der Personalausweiß (Ahnentafel) des Hundes der informiert über Gesundheit, Wesen, Prüfungen und evtl. Arbeitsanlagen der Ahnen., die nicht nur für die Zucht eine Bedeutung haben.
Sie dienen auch zur Teilnahme an Ausbildungs- und Sportaktivitäten, die man evtl. mit seinem Retriever betreiben will. Die wenigsten sind sich bewußt, dass ihnen die Hände gebunden sind, wenn sie sich für einen Welpen entscheiden, der keine Papiere hat oder Papiere von "irgendwelchen" Verbänden/Vereinen, die keinerlei Ausbildungsmöglichkeit anbieten. 


Welpen aus seriöser Zucht haben ihren Preis und können nicht für Knopf und Klicker abgegeben werden. Bevor bei einem seriösen Züchter ein Wurf fällt, hat er unzählige Auflagen erfüllt und viel Geld für Gesundheitsuntersuchungen, Tests und Prüfungen seiner Zuchthunde investiert!

Je billiger ein Welpe ist, desto weniger wurde investiert. Das geht sogar so weit, dass Welpen ohne jegliche Impfung oder Wurmkur verkauft werden!

Menschen, die ohne irgendeine Kontrolle Welpen produzieren, sind schlicht weg Vermehrer, die sich keiner Zuchtordnung unterwerfen wollen, um - ohne Nebenkosten - Geld zu verdienen!

Züchter, die sich lieber "irgendeinem" Verband anschliessen, der noch nicht mal die jährliche Augenuntersuchung oder die wichtige HD- und ED Röntgenauswertung verlangt, sind genauso wenig an dem Erhalt dieser tollen Rasse interessiert. Gerade der Labrador und der Golden sind, wegen ihrem tollen Wesen, begehrte Familienhunde und deshalb ist es so wichtig, sich vorher zu informieren, wo man sich seinen Welpen herholt!!!

Ein bestandener Wesenstest ist Grundvoraussetzung für eine Zuchtzulassung im DRC und LCD.

Retriever, die ängstlich, aggressiv oder nicht schußfest sind, dürfen nicht zur Zucht eingesetzt werden.

Ein Retriever ist ein wesensfester Hund, der sich so schnell nicht nachhaltig beeindrucken lässt. Er wird nicht umsonst als Behindertenbegleit- Blindenführ- und Rettungshund eingesetzt, was nur mit einem einwandfreien Wesen machbar ist.

Bevor die Welpen mit 8 Wochen zu ihren neuen Familien gehen, kontrolliert ein Zuchtwart den körperlichen und sozialen Entwicklungsstand der Welpen. Dies wird in einem Bericht festgehalten, den jeder seriöse Züchter seinen Welpenkäufer zeigt.

Infomaterial über Fütterung, Belastung und Erziehung sind für einen seriösen Züchter eine Selbstverständlichkeit. Genauso die Bereitschaft, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, so lange der Hund lebt!

Es sollte sich also jeder angehende Welpenkäufer fragen, warum es sogenannte "Züchter" gibt, die auf solche Regelungen und Voraussetzungen bewußt verzichten!!! Bestimmt nicht, um einen sinnvollen Beitrag zum Rasseerhalt zu leisten!


Wem der Welpenpreis eines seriösen Züchters zu hoch ist, hat immer noch die Möglichkeit einem Hund aus dem Tierheim ein schönes Leben zu ermöglichen, anstatt einen "billigen" Welpen zu kaufen. Denn oft ist es so, dass man das, was man beim Welpenpreis spart, später doppelt und dreifach zum Tierarzt trägt. Die Tierheime sind überfüllt mit Mischlingen und Vermehrerhunden, deren Elend mit einer geringen Schutzgebühr beendet werden kann.


Ganz schrecklich finde ich die Tatsache, dass es immer noch Menschen gibt, die sich auf ausländischen Wochenmärkten oder auf heimischen Rastplätzen, einen Welpen aufschwatzen lassen. So langsam sollte es doch bekannt sein, dass man mit Mitleid keinem Welpen hilft.

Jeder Mitleidskauf sorgt für Nachschub und noch mehr Elend!

So etwas ist purer Hundehandel, der nicht unterstützt werden darf!!!